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Altersvorsorge · Immobilien

Haus als Altersvorsorge: Ein Modellfall zeigt, was wirklich übrig bleibt

"Mein Haus ist meine Altersvorsorge." Diesen Satz hört Eduard Strekert oft, wenn er mit Familien und Selbstständigen über ihre Vorsorge spricht. Er stimmt öfter nur zur Hälfte, als die meisten glauben. Ein Modellfall macht sichtbar, was ein abbezahltes Haus im Ruhestand wirklich bringt und wo es an seine Grenzen kommt.

Die kurze Antwort. Ein abbezahltes Haus spart im Ruhestand vor allem eines: Miete. Nach Abzug von Instandhaltung, Grundsteuer und Versicherung bleibt bei einer typischen Immobilie oft nur ein Vorteil von 400 bis 450 Euro im Monat übrig, nicht der volle Mietwert. Und ein Haus zahlt keine Rechnungen: Der Wert steckt in Wänden und wird erst über Verkauf oder Beleihung liquide. Als alleinige Altersvorsorge reicht das für die meisten Haushalte nicht.

Der Modellfall: 400.000 Euro Haus, abbezahlt mit 67

Nimm ein Ehepaar, das mit 67 sein Haus abbezahlt hat. Verkehrswert 400.000 Euro, keine Restschuld.

  • Was das Haus spart: die ortsübliche Miete für eine vergleichbare Wohnung, hier angenommen 1.000 Euro im Monat. Das ist ein realer, spürbarer Vorteil.
  • Was das Haus weiter kostet: Instandhaltung. Als Faustregel gelten rund 1,5 Prozent des Immobilienwerts pro Jahr, bei 400.000 Euro also 6.000 Euro im Jahr oder 500 Euro im Monat. Dach, Heizung und Fenster kommen nicht jedes Jahr, aber sie kommen in Schüben.
  • Was zusätzlich anfällt: Grundsteuer und Wohngebäudeversicherung, in der Summe modellhaft rund 100 Euro im Monat.

Rechnung: 1.000 Euro gesparte Miete minus 500 Euro Instandhaltung minus 100 Euro Nebenkosten ergibt einen echten Vorteil von rund 400 Euro im Monat. Nicht die 1.000 Euro, die im ersten Gefühl oft im Kopf stehen.

Warum das Haus trotzdem kein Einkommen ist

Der wichtigste Punkt in der Beratung ist selten die Instandhaltung. Es ist die Liquidität. Vom Haus kannst du nicht abbeißen. Es zahlt keinen Pflegeplatz, keine Zahnarztrechnung, keinen Urlaub mit den Enkeln. Der Wert steckt in Wänden, und ran kommst du nur über Verkauf oder Beleihung, beides Schritte, die sich die wenigsten mit 75 noch zutrauen oder zumuten wollen.

Genau deshalb ist ein Haus ein starker Baustein und trotzdem kein vollständiger Plan. Es senkt die laufenden Ausgaben im Ruhestand deutlich, ersetzt aber keine zweite Säule, die dir monatlich flüssiges Geld auf das Konto bringt, etwa aus der gesetzlichen Rente, einer Basisrente oder einem Fondsdepot.

Ein abbezahltes Haus ist eine gute Nachricht für die Ausgabenseite, keine für die Einnahmenseite. Wer nur aufs Haus setzt, wohnt im Alter oft gut und lebt trotzdem knapp. Diese Einordnung ist keine Anlageempfehlung, sondern eine Rechnung, die sich jeder für die eigene Immobilie selbst machen sollte.

Wie du deinen eigenen Fall einordnest

  • Ermittle den realistischen Verkehrswert deiner Immobilie, nicht den Wunschwert.
  • Setze 1 bis 1,5 Prozent davon pro Jahr für Instandhaltung an, plus Grundsteuer und Versicherung.
  • Rechne die ersparte Miete gegen diese laufenden Kosten und du hast deinen echten monatlichen Vorteil.
  • Prüfe danach getrennt, wie hoch deine Rentenlücke beim reinen Einkommen ausfällt, unabhängig vom Haus.

Nur rund 42 Prozent der Haushalte in Deutschland wohnen laut Zensus 2022 im eigenen Zuhause, der Rest zur Miete. Wer zu den 42 Prozent gehört, hat also bereits einen wichtigen Baustein gelegt, sollte ihn aber richtig einordnen statt zu überschätzen.

Häufige Fragen zum Haus als Altersvorsorge

Ist ein abbezahltes Haus eine gute Altersvorsorge?

Ja, aber nur als Baustein, nicht als vollständiger Plan. Es senkt die Wohnkosten im Ruhestand spürbar, liefert aber kein laufendes Einkommen. Für Ausgaben wie Pflege, Gesundheit oder größere Anschaffungen bleibt es ohne Verkauf oder Beleihung nicht nutzbar.

Wie viel spart ein abbezahltes Haus im Ruhestand wirklich?

Das kommt auf Wert, Lage und Zustand an. Als Faustregel: gesparte Miete minus rund 1 bis 1,5 Prozent Instandhaltungskosten des Immobilienwerts pro Jahr minus Grundsteuer und Versicherung. Im Modellfall mit 400.000 Euro Wert bleiben davon rund 400 Euro im Monat echter Vorteil übrig.

Was ist besser: Haus abbezahlen oder in Fonds investieren?

Das ist keine Entweder-oder-Frage. Ein abbezahltes Haus senkt Ausgaben, ein Fondsdepot schafft flüssiges Vermögen und Einkommen im Ruhestand. Wer beide Bausteine kombiniert, ist breiter aufgestellt als mit nur einem davon. Welche Mischung passt, hängt von Einkommen, Alter und bestehender Vorsorge ab.

Wie finde ich heraus, ob mein Haus als Altersvorsorge reicht?

Rechne zuerst deinen laufenden Vorteil aus Miete minus Instandhaltung minus Nebenkosten aus. Prüfe danach getrennt deine Rentenlücke beim Einkommen, zum Beispiel mit dem Rentenlücken-Rechner. Erst beide Zahlen zusammen zeigen, ob dein Ruhestand finanziell trägt.

Dein nächster Schritt

Ein Haus ist ein guter Baustein, aber es ist nicht dein ganzer Plan. Rechne mit dem Rentenlücken-Rechner in zwei Minuten aus, wie groß deine Lücke beim Einkommen tatsächlich ist, unabhängig von der Immobilie. Wenn du wissen willst, wie dein Haus und eine zweite Einkommenssäule zusammen zu deinem Ruhestand passen: Ich bin Eduard Strekert, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG in Lüdenscheid, und rechne das im Erstgespräch gemeinsam mit dir durch.

Passend dazu:

Eduard Strekert ist Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Er stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

Ist dein Haus dein ganzer Plan?

Im kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob dein Eigenheim reicht oder wo eine zweite Säule fehlt. Persönlich in Lüdenscheid oder per Video.

Lieber telefonisch? Ruf einfach an: 02351 8739712