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Altersvorsorge · Selbstständige

Altersvorsorge für Selbstständige: So baust du sie ohne Arbeitgeber auf

Als Selbstständiger zahlt niemand außer dir in deine Rente ein. Kein Arbeitgeber, kein Automatismus, kein Pflichtbeitrag, der im Hintergrund läuft. Das ist Freiheit und Verantwortung zugleich. Mit einem klaren Fahrplan wird daraus ein Vorteil.

Die kurze Antwort. Als Selbstständiger baust du deine Altersvorsorge in vier Schritten auf. Erstens das Fundament: Notgroschen und Absicherung deiner Arbeitskraft. Zweitens deine Rentenlücke berechnen. Drittens die Bausteine mischen, eine geförderte Basisrente für den Steuervorteil, ein flexibles Fondsdepot für Beweglichkeit, dazu optional die freiwillige gesetzliche Rente und Sachwerte. Viertens früh starten, weil die Zeit dein größter Hebel ist.

Ich bin Eduard Strekert, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG in Lüdenscheid, und begleite Selbstständige und Unternehmer im Märkischen Kreis beim Vorsorgeaufbau. Den Fahrplan dahinter schauen wir uns jetzt in Ruhe an.

Warum funktioniert Altersvorsorge für Selbstständige anders?

In der Anstellung teilt sich der Beitrag zur Rente. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte, der Rest läuft automatisch im Hintergrund. Als Selbstständiger trägst du alles allein und entscheidest alles selbst. Das klingt nach mehr Arbeit, ist aber auch dein größter Hebel. Du bestimmst Höhe, Form und Tempo deiner Vorsorge.

Dazu kommt ein zweiter Unterschied. Dein Einkommen schwankt. Auf gute Monate folgen ruhige, manchmal trägt ein ganzes Jahr einen Großauftrag. Deine Vorsorge muss das mitmachen können. Ein starres Produkt, das jeden Monat dieselbe hohe Rate verlangt, passt selten zu einem Unternehmerleben. Flexibilität ist deshalb kein Luxus, sondern Voraussetzung.

Schritt 1: Zuerst das Fundament, dann die Rendite

Bevor auch nur ein Euro in eine langfristige Anlage fließt, steht das Fundament. Sonst baust du auf Sand.

  • Notgroschen. Drei bis sechs Monatsausgaben liquide auf einem Tagesgeldkonto, privat und betrieblich getrennt gedacht. Bei stark schwankendem Einkommen eher die obere Spanne. Dieses Geld ist nicht für Rendite da, sondern für ruhige Nächte.
  • Arbeitskraft absichern. Deine Arbeitskraft ist dein wichtigstes Kapital. Fällt sie aus, fehlt das Einkommen sofort. Die Absicherung der Arbeitskraft gehört vor jeden Sparplan.
  • Krankenversicherung mit Blick aufs Alter. Achte darauf, dass deine Beiträge auch im Ruhestand tragbar bleiben. Mehr dazu im Beitrag zur privaten Krankenversicherung für Selbstständige.

Dieser erste Schritt ist unspektakulär und genau deshalb so wichtig. Wer ihn überspringt, muss beim ersten Rückschlag oft den ganzen Vermögensaufbau wieder auflösen.

Schritt 2: Wie berechnest du deine Rentenlücke?

Vorsorge ohne Ziel ist blindes Sparen. Bevor du Bausteine auswählst, brauchst du eine Zahl. Wie viel Geld brauchst du später im Monat, und wie viel davon ist schon gedeckt? In drei Schritten kommst du zu deiner Lücke.

  • Bestehende Ansprüche prüfen. Schau, ob du aus früheren Angestelltenjahren bereits Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung hast.
  • Wunschrente festlegen. Rechne aus, was du im Ruhestand monatlich brauchst, und ziehe die Inflation mit ein. Was heute reicht, reicht in dreißig Jahren nicht mehr.
  • Differenz bilden. Was zwischen Wunschrente und gedeckten Ansprüchen fehlt, ist deine Rentenlücke.

Wie groß sie typischerweise ausfällt, kannst du im Rentenlücken-Überblick grob einordnen.

Schritt 3: Welche Bausteine sind für Selbstständige sinnvoll?

Es gibt nicht den einen richtigen Vertrag. Es gibt eine Mischung, die zu deinem Einkommen, deiner Steuerlast und deinem Zeithorizont passt. Diese vier Bausteine bilden den Rahmen.

Geförderte Basisversorgung. Eine fondsgebundene Basisrente, oft Rürup genannt, kannst du als Selbstständiger als Sonderausgaben absetzen, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Wie viel dir das bringt, hängt von Einkommen und Steuersatz ab. Der Haken: Die spätere Rente wird im Ruhestand versteuert. Es ist also eine Steuerstundung, kein Steuergeschenk. Dazu ist das Kapital fürs Alter gebunden. Deshalb gehört hier nur ein Teil deines Budgets hinein, nicht alles.

Flexibles Vorsorgedepot. Eine fondsgebundene Lösung ist das bewegliche Gegenstück. Die Sparrate fährst du in guten Monaten hoch, in ruhigen Monaten pausierst du sie, und bei Bedarf kommst du ans Geld. Über die Jahre arbeiten drei Hebel für dich:

  • Der Zinseszins.
  • Das regelmäßige Sparen, das Schwankungen glättet.
  • Vor allem die Zeit.

Kurz zur Einordnung: Investmentfonds und ETF sind kein Gegensatz, sondern zwei Wege, breit gestreut anzulegen. Was zu dir passt, hängt von Kosten, Betreuung und deinem Wunsch nach Begleitung ab.

Freiwillige gesetzliche Rente. Du kannst als Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, freiwillig oder je nach Beruf auch verpflichtend. Sie sichert gegen ein langes Leben ab und bringt planbare Ansprüche, deren Höhe sich am gesetzlichen Rentenwert orientiert. Die Rendite ist meist niedriger als am Kapitalmarkt, dafür ist die Zahlung verlässlich. Für viele ist es ein Baustein, nicht die ganze Lösung.

Sachwerte und Immobilien. Die eigene Praxis, das Büro oder eine vermietete Immobilie können im Alter Miete sparen oder Einnahmen bringen. Gerade bei einer eigenen Praxis ist das Klumpenrisiko aber groß. Wenn dein ganzes Vermögen in einer einzigen Immobilie steckt, fehlt die Streuung. Sachwerte ergänzen die Vorsorge, sie ersetzen sie nicht.

Ein Modellfall aus der Praxis

Nimm Max, 36 Jahre, selbstständiger IT-Berater aus dem Märkischen Kreis. Sein Einkommen ist gut, schwankt aber je nach Projektlage. Max möchte später rund 2.000 Euro im Monat zusätzlich zur Verfügung haben und hat dafür heute etwa 500 Euro monatlich übrig.

Statt alles in einen Vertrag zu stecken, teilt Max diese 500 Euro auf. Etwa 150 Euro fließen in eine fondsgebundene Basisrente, um seine Steuerlast zu senken. Die übrigen rund 350 Euro gehen in ein flexibles Vorsorgedepot, das er in auftragsschwachen Monaten herunterfahren kann. Seinen Notgroschen und die Absicherung der Arbeitskraft hat er vorher geregelt.

Ob diese 500 Euro am Ende die angepeilte Lücke von 2.000 Euro schließen, hängt von Laufzeit, Kosten und Wertentwicklung ab. Genau das rechnen wir an deinem Fall durch, statt mit einer Pauschalzahl zu werben. Der entscheidende Hebel ist ohnehin nicht die perfekte Produktwahl, sondern der frühe Start. Über rund dreißig Jahre kann der Zinseszins aus regelmäßigen Beiträgen je nach Wertentwicklung deutlich mehr werden als die eingezahlte Summe. Solche Werte sind ein Rechenbeispiel und keine Zusage, denn Kapitalanlagen schwanken. Die Richtung aber bleibt gleich. Wer mit 36 anfängt, hat den stärksten Verbündeten auf seiner Seite: die Zeit.

Vorsorge für Selbstständige ist kein Selbstläufer. Flexibel heißt nicht beliebig, denn ein Depot, das ständig pausiert oder geplündert wird, baut nichts auf. Geförderte Verträge binden Kapital, und Sachwerte bringen Klumpenrisiken mit. Es gibt keine Lösung von der Stange, nur die richtige Mischung für deinen Fall. Genau das schauen wir uns gemeinsam an, bevor irgendetwas unterschrieben wird.

Die häufigsten Fehler bei der Altersvorsorge

  • Zu spät anfangen. Jedes Jahr früher arbeitet der Zinseszins länger für dich.
  • Alles auf eine Karte setzen. Ein einziger Vertrag ist selten flexibel und steueroptimal zugleich.
  • Die Steuer ausblenden. Als Selbstständiger ist die steuerliche Wirkung deiner Vorsorge oft so wertvoll wie die Rendite selbst.
  • In ruhigen Monaten alles stoppen und es vergessen. Flexibilität ist dafür gemacht, bewusst genutzt zu werden, nicht um auszusteigen.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge für Selbstständige

Müssen Selbstständige in die gesetzliche Rente einzahlen? Die meisten nicht. Einige Berufsgruppen sind aber pflichtversichert, und in den ersten Jahren der Selbstständigkeit kann eine Antragspflicht bestehen. Wer nicht pflichtversichert ist, kann freiwillig einzahlen oder ganz privat vorsorgen.

Was ist die Rürup-Rente und für wen lohnt sie sich? Die Rürup- oder Basisrente ist eine staatlich geförderte Vorsorge, deren Beiträge du als Sonderausgaben absetzen kannst, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Sie lohnt sich vor allem bei hoher Steuerlast. Im Gegenzug ist das Kapital fürs Alter gebunden und die spätere Rente wird versteuert.

Wie viel sollte ich als Selbstständiger für die Rente sparen? Eine Pauschalzahl führt in die Irre. Sinnvoll ist der Betrag, der deine persönliche Rentenlücke schließt, abgestimmt auf Einkommen und Zeithorizont. Wichtiger als eine hohe Rate ist, früh und regelmäßig anzufangen.

Basisrente oder Fondsdepot, was ist besser? Das ist kein Entweder-oder. Die Basisrente bringt den Steuervorteil, ist dafür gebunden. Das Fondsdepot bleibt flexibel, dafür ohne Förderung in der Ansparphase. Für viele Selbstständige ergibt die Mischung aus beidem den meisten Sinn.

Wann sollte ich mit der Altersvorsorge anfangen? So früh wie möglich, denn der Zinseszins braucht Zeit. Auch mit 50 ist der Einstieg noch sinnvoll, du hast dann nur weniger Jahre, in denen das Geld für dich arbeitet.

Berätst du Selbstständige auch vor Ort im Märkischen Kreis? Ja. Ich bin in Lüdenscheid, berate persönlich vor Ort oder per Video und betreue Selbstständige und Unternehmer in der ganzen Region.

Dein nächster Schritt im Märkischen Kreis

Du musst diese Entscheidung nicht heute treffen und schon gar nicht allein. Ein erstes Gespräch bedeutet keine Festlegung. Es bedeutet, dass du deine Rentenlücke kennst und deine Steuerlast einordnest. Du weißt dann, welche Mischung zu deinem Einkommen passt, bevor du dich entscheidest.

Ich bin Eduard Strekert, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG in Lüdenscheid. Ich begleite Selbstständige und Unternehmer im Märkischen Kreis dabei, ihre Vorsorge mit Struktur aufzubauen, in ihrem Tempo. Wir müssen nichts überstürzen. Nächster Schritt: Buch dir ein kostenfreies Erstgespräch, und wir schauen gemeinsam auf deinen konkreten Fall.

Passend dazu:

Eduard Strekert ist Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Er stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

Welche Bausteine passen zu deiner Situation?

Das lässt sich nur an deinem konkreten Fall beantworten. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf dein Einkommen, deine Ziele und deine Rentenlücke. Kostenfrei und ohne Verpflichtung.

Lieber telefonisch? Ruf einfach an: 02351 8739712