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Krankenversicherung · Selbstständige

Private Krankenversicherung für Selbstständige: Was du wirklich zahlst

Alle glauben, die private Krankenversicherung lohnt sich nur für Reiche. Die Zahlen sagen etwas anderes, und der Denkfehler steckt schon in der Frage.

Die kurze Antwort. Die GKV berechnet deinen Beitrag nach dem Einkommen, und als Selbstständiger zahlst du ihn komplett allein, bei gutem Einkommen 2026 rund 1.226 Euro im Monat inklusive Pflege. Die PKV rechnet nach Alter, Gesundheit und Leistung. Für junge, gesunde Selbstständige mit stabilem Einkommen ist sie oft attraktiv, Familie und Alter sprechen manchmal für die GKV. Entscheidend ist der durchgerechnete Einzelfall.

Sobald du selbstständig bist, ändert sich der Blickwinkel auf die Krankenversicherung grundlegend. In der Anstellung zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags. Selbstständige tragen ihn vollständig allein. Wer das nicht einrechnet, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Was die gesetzliche Krankenkasse von Selbstständigen verlangt

In der gesetzlichen Krankenversicherung bemisst sich dein Beitrag am Einkommen, bis zu einer Obergrenze, der Beitragsbemessungsgrenze. Wer darüber liegt, zahlt den Höchstbeitrag. Als Selbstständiger ohne Arbeitgeberzuschuss übernimmst du beide Anteile vollständig allein. Die geltenden Beitragssätze und Rechengrößen veröffentlicht der GKV-Spitzenverband.

Das bedeutet in der Praxis: Selbstständige mit stabilem Einkommen zahlen in der GKV schnell über 1.000 Euro im Monat, unabhängig davon, wie oft sie zum Arzt gehen oder wie gesund sie leben. Konkret: Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 5.812,50 Euro im Monat, der allgemeine Beitragssatz bei 14,6 Prozent, der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent. Das ergibt einen Höchstbeitrag von rund 1.017 Euro allein für die Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband, Rechengrößen 2026). Du zahlst für das System, nicht für deine Gesundheit.

Ein Modellfall macht den Unterschied deutlich. Max, 36 Jahre, selbstständiger IT-Berater, Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze: In der GKV liegt sein Beitrag am Höchstsatz, inklusive Pflegeversicherung 2026 bei rund 1.226 Euro monatlich, ohne Kinder sogar bei rund 1.261 Euro. In der PKV kann er je nach Gesundheitszustand und gewählten Leistungen deutlich weniger zahlen, bei einem anderen Leistungsniveau. Die Frage ist nicht, ob er sich die PKV leisten kann. Die Frage ist, ob er sich die GKV leisten will.

Wie die PKV rechnet

Die private Krankenversicherung arbeitet nach einer anderen Logik. Dein Beitrag hängt nicht vom Einkommen ab, sondern von drei Faktoren:

  • deinem Gesundheitszustand beim Eintritt
  • deinem Alter beim Wechsel
  • den Leistungen, die du dir sicherst

Wer jung und gesund in die PKV einsteigt, zahlt dauerhaft niedrigere Beiträge als jemand, der erst mit 50 wechselt, selbst wenn beide das gleiche Einkommen haben. Der Zeitpunkt entscheidet mehr als das Gehalt.

GKV oder PKV: der direkte Vergleich

So unterscheiden sich die beiden Systeme in den Punkten, die für Selbstständige den Ausschlag geben:

Gesetzlich (GKV)Privat (PKV)
Beitrag richtet sich nach deinem Einkommen, bis zur Beitragsbemessungsgrenze; du trägst als Selbstständiger den vollen Beitrag allein richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsniveau, nicht nach deinem Einkommen
Familie Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen können beitragsfrei mitversichert werden jede Person zahlt einen eigenen Beitrag, auch Kinder
Leistungen gesetzlich definierter Katalog, für alle gleich; kann politisch angepasst werden vertraglich vereinbart; einmal zugesagte Leistungen können dir nicht gestrichen werden
Im Alter Beitrag folgt weiter dem Einkommen, im Ruhestand also meist der Rente Beiträge können steigen; Altersrückstellungen und Entlastungsbausteine dämpfen den Anstieg
Rückkehr Aufnahme grundsätzlich offen Rückkehr in die GKV nur in bestimmten Konstellationen, ab 55 praktisch kaum

Für wen lohnt sich die PKV oft

  • Selbstständige mit stabilem Einkommen, die dauerhaft kein Angestelltenverhältnis anstreben
  • Angestellte, deren Einkommen dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze liegt
  • Menschen, die jung und in guter gesundheitlicher Verfassung einsteigen
  • Alle, denen ein höheres Leistungsniveau bei Arzt und Facharzt wichtig ist

Was Selbstständige zusätzlich bedenken sollten

Die Systemfrage ist nur die halbe Entscheidung. Drei Punkte gehören als Selbstständiger mit auf den Tisch:

  • Krankentagegeld. Als Selbstständiger bekommst du keine Lohnfortzahlung. Fällst du länger aus, fehlt dein Einkommen ab dem ersten Tag. Ein Krankentagegeld sichert genau diese Lücke, unabhängig davon, ob du gesetzlich oder privat versichert bist.
  • Beiträge im Alter. Wer privat versichert ist, kann mit Entlastungsbausteinen schon in jungen Jahren dafür sorgen, dass der Beitrag im Ruhestand planbar bleibt.
  • Der Zeitpunkt. Beitrag und Annahme hängen an Gesundheitszustand und Eintrittsalter. Jedes Jahr Warten verändert deine Konditionen, selten zum Besseren.

Die ehrliche Kehrseite

PKV ist kein Selbstläufer. Im Alter können die Beiträge steigen, und Familienangehörige sind nicht automatisch mitversichert. Wer seine Familie mitversichern muss oder im Alter mit knappem Budget rechnet, fährt gesetzlich manchmal besser. Es gibt keine universelle Antwort, nur die richtige Antwort für deinen Fall.

Das gilt für beide Seiten. Ich rate dir weder zur PKV noch gegen sie, bevor wir nicht deine Situation konkret durchgerechnet haben. Es geht nicht um das System, es geht darum, was für dich in zehn, zwanzig und dreißig Jahren funktioniert.

Kann ich von der PKV zurück in die GKV?

Diese Frage gehört vor die Entscheidung, nicht danach. Die Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist gesetzlich eng geregelt. Als Selbstständiger führt der Weg in der Regel nur über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze, und das vor dem 55. Geburtstag. Ab 55 ist die Rückkehr praktisch kaum noch möglich. Wer die PKV wählt, sollte sie deshalb als langfristige Entscheidung verstehen und die Beiträge fürs Alter von Anfang an mitplanen.

Was jetzt sinnvoll ist

Der häufigste Fehler ist das Warten. Wer sich mit 35 das erste Mal ernsthaft mit dem Thema befasst, hat noch gute Optionen. Wer mit 50 anfängt, hat sie auch noch, aber weniger davon.

Ein erstes Gespräch zu dem Thema bedeutet keine Entscheidung. Es bedeutet, dass du weißt, was dich eine fundierte Wahl kostet, bevor du sie triffst. Das halte ich für sinnvoller als sich an allgemeinen Faustregeln zu orientieren, die deinen konkreten Fall nicht kennen.

Einen Überblick über beide Wege habe ich dir im Bereich Krankenversicherung zusammengestellt. Wie eine private Vollversicherung im Detail aufgebaut ist, liest du unter private Krankenversicherung.

Wenn du wissen möchtest, was der Vergleich für deine Situation bedeutet: Ich bin Eduard Strekert, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG in Lüdenscheid. Im Erstgespräch rechnen wir beide Systeme durch, für deinen konkreten Fall, kostenfrei und ohne Verpflichtung.

Häufige Fragen zu GKV und PKV für Selbstständige

Kann ich als Selbstständiger von der PKV zurück in die GKV wechseln?

Nur in bestimmten Konstellationen. In der Regel führt der Weg über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze, und das vor dem 55. Geburtstag. Ab 55 ist die Rückkehr praktisch kaum noch möglich. Genau deshalb gehört die Entscheidung sorgfältig durchgerechnet.

Was kostet die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige?

Der Beitrag richtet sich nach deinem Einkommen, und du trägst ihn ohne Arbeitgeberzuschuss komplett allein. Bei stabilem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt er inklusive Pflegeversicherung 2026 bei rund 1.226 Euro im Monat. Die genaue Höhe hängt von Einkommen, Krankenkasse und Zusatzbeitrag ab.

Für wen lohnt sich die PKV besonders?

Oft für Selbstständige mit stabilem Einkommen, die jung und gesund einsteigen und dauerhaft kein Angestelltenverhältnis anstreben. Wichtig ist, die Beiträge auch im Alter tragen zu können und die Familienplanung mitzudenken.

Sind Kinder in der PKV mitversichert?

Nein. In der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag, auch Kinder. In der GKV können Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei familienversichert werden. Bei größerer Familienplanung kann das die Rechnung deutlich verändern.

Passend dazu:

Eduard Strekert ist Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Er stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

Passt die PKV zu deiner Situation?

Das lässt sich nur an deinem konkreten Fall beantworten. Im Erstgespräch rechnen wir beides durch, kostenfrei und ohne Verpflichtung.

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