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Unternehmer · Vermögensaufbau

Vermögensaufbau für Unternehmer: Wie du Firma und Privatvermögen trennst

„Mein Geld steckt im Geschäft und in offenen Rechnungen." Diesen Satz höre ich fast jede Woche, und falsch ist er selten. Er beantwortet nur zwei Fragen auf einmal. Fragst du, wohin dein Geld heute gehört, lautet die Antwort Betrieb, und dagegen ist nichts zu sagen. Fragst du, wovon du lebst, wenn du nicht mehr arbeitest, wird aus demselben Satz eine Wette: darauf, dass zu einem Zeitpunkt, den du dir nicht aussuchst, ein Käufer da ist. Und darauf, dass dein Betrieb ohne dich noch dasselbe wert ist.

Die kurze Antwort. Vermögensaufbau für Unternehmer heißt, einen Teil des Vermögens bewusst außerhalb des Betriebs aufzubauen. Wer alles in der Firma hält, koppelt Einkommen und Altersvorsorge an denselben Wert. Ein zweites Standbein entsteht aus einem festen monatlichen Betrag, der regelmäßig ins Privatvermögen fließt und dort breit gestreut angelegt wird. Der Liquiditätspuffer des Betriebs bleibt davon unberührt.

Ich bin Eduard Strekert, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG in Lüdenscheid, und begleite Unternehmer, Selbstständige und Praxen im Märkischen Kreis.

Warum der Satz für heute stimmt und für später nicht

Ein Angestellter spart vom Gehalt und baut nebenbei privat auf. Bei dir fließt das meiste zurück in den Betrieb, in Maschinen und Personal. Oft arbeitet das Geld im eigenen Betrieb stärker als anderswo. Was es bei dir tatsächlich bringt, zeigen nur deine eigenen Zahlen. Es führt aber dazu, dass Einkommen und Vermögen an demselben Wert hängen, im Fachjargon ein Klumpenrisiko. Kommt ein schwaches Jahr, trifft es beides gleichzeitig.

Offene Rechnungen ändern daran wenig. Sie sind Umlaufvermögen mit Termin, sie decken die nächsten Monate und tragen keine dreißig Jahre. Wie viel davon Puffer ist und wie viel unentschiedenes Geld, habe ich im Beitrag 180.000 Euro auf dem Geschäftskonto durchgerechnet. Wie du die Liquidität stabil hältst, steht auf der Seite Liquidität für Unternehmer.

Firma verkaufen als Altersvorsorge: was diese Wette voraussetzt

Viele Inhaber rechnen fest mit dem Verkauf. Das kann aufgehen. Es setzt aber drei Dinge gleichzeitig voraus, und über keines davon entscheidest du allein.

  • Es muss einen Käufer geben, wenn du aufhören willst oder musst, nicht drei Jahre später
  • Der Betrieb muss ohne dich funktionieren, sonst kauft jemand einen Kundenstamm und keinen Betrieb
  • Der Preis muss reichen, nachdem Steuern und offene Verbindlichkeiten abgegangen sind

Steuerlich gibt es beim Verkauf Erleichterungen, etwa den Freibetrag von 45.000 Euro, den es ab 55 Jahren oder bei dauernder Berufsunfähigkeit einmal im Leben auf Antrag gibt und der ab einem Veräußerungsgewinn von 136.000 Euro abschmilzt (§ 16 Abs. 4 EStG, Stand 05.09.2026). Ob er bei dir greift, rechnet dein Steuerberater aus. Das ist Rechenhilfe am Ende, keine Vorsorge.

Hängt der Wert an deiner Person statt am Betrieb, verschärft sich der zweite Punkt. Bei einer Praxis entscheidet sich erst beim Nachfolger, ob die Patienten bleiben. Bei einem Freiberufler ohne Team gibt es oft gar nichts zu übertragen. Dann ist der Verkauf keine schwache Säule, sondern gar keine, und alles hängt an dem, was du daneben aufgebaut hast.

Vermögensaufbau für Unternehmer: was neben der Firma steht

  • Ein fester monatlicher Betrag, der vom Betrieb ins Privatvermögen wandert. Behandle ihn wie eine Rechnung mit Fälligkeit, nicht wie einen Rest.
  • Ein breit gestreutes Fondsdepot als flexibles Herzstück. Investmentfonds und ETF sind zwei Wege, breit zu streuen. Wie sich eine monatliche Rate über die Jahre entwickeln kann, lässt sich im Sparplan-Rechner nachrechnen, der Ausgabeaufschlag und laufende Kosten einbezieht.
  • Die geförderte Basisversorgung. Beiträge zur Basisrente kannst du als Sonderausgaben absetzen, dafür ist das Kapital fürs Alter gebunden und die Rente wird später versteuert. Wie stark der Hebel wirkt, steht im Beitrag Basisrente für Selbstständige.
  • Betriebliche Wege als GmbH-Geschäftsführer. Führst du deinen Betrieb als GmbH, stehen dir als angestelltem Geschäftsführer Möglichkeiten offen, die ein Einzelunternehmer nicht hat. Gestaltbar, aber komplex, und immer im Zusammenspiel mit deinem Steuerberater.
  • Der Liquiditätspuffer im Betrieb. Er sorgt dafür, dass du in einem schwachen Quartal nicht an die Vorsorge musst.

Ein Modellfall: Thomas, 44, Handwerksbetrieb mit 14 Mitarbeitern

Thomas ist ein konstruierter Modellfall, kein echter Kunde. Er führt seinen Betrieb als Einzelunternehmen, die Auftragsbücher sind voll, sein Vermögen steckt im Unternehmen und in offenen Rechnungen. Sein Handwerk ist zulassungspflichtig und er steht in der Handwerksrolle, damit ist er in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert (§ 2 Satz 1 Nr. 8 SGB VI). Nach 18 Jahren Pflichtbeiträgen kann er sich auf Antrag befreien lassen (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB VI, Stand 05.09.2026). Ob das für seinen Betrieb gilt, klärt die Deutsche Rentenversicherung. Das ist ein Sockel, keine Versorgung.

Wir drehen das in Ruhe um. Ein fester monatlicher Betrag verlässt den Betrieb Richtung privat und geht in ein breit gestreutes Fondsdepot. Mit seinem Steuerberater prüfen wir die Basisrente. Der Puffer bleibt, wo er ist. Wie hoch die Beträge ausfallen, ergibt sich aus seinem Gewinn, seiner Entnahmestrategie und seinem Steuersatz. Genau das rechnen wir an seinem Fall durch, statt mit einer Pauschalzahl zu arbeiten.

Wenn dein Satz auch lautet „mein Geld steckt im Geschäft", ist das der erste Punkt im Erstgespräch. Buch dir ein kostenfreies Erstgespräch, persönlich in Lüdenscheid oder per Video.

Ich kann dir nicht sagen, was dein Betrieb in zwanzig Jahren wert ist. Das kann niemand, und wer es behauptet, verkauft dir etwas. Der Weg neben der Firma kostet außerdem: Jeder Euro, der nach privat fließt, steht im Betrieb nicht mehr zur Verfügung. Wer gerade eine Maschine braucht, verschiebt den Start besser um ein Jahr, statt beides halb zu machen. Auch das ist eine saubere Antwort.

Häufige Fragen zum Vermögensaufbau für Unternehmer

Reicht der Verkauf meiner Firma nicht als Altersvorsorge?

Er kann ein wichtiger Baustein sein, ist aber unsicher. Was dein Unternehmen in zwanzig Jahren wert ist, weiß heute niemand. Ein Vermögen neben der Firma macht dich weniger abhängig von diesem einen Ereignis.

Was bedeutet Klumpenrisiko für mich als Unternehmer?

Es heißt, dass fast dein ganzes Vermögen an einem einzigen Wert hängt, nämlich deiner Firma. Trifft die ein schwaches Jahr, trifft es Einkommen und Vermögen zugleich. Ein zweites Standbein außerhalb der Firma senkt dieses Risiko.

Wie viel sollte ich als Unternehmer monatlich privat zurücklegen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Der Betrag ergibt sich aus deinem Gewinn, deiner Entnahmestrategie und deinem Steuersatz, und er sollte auch in einem schwachen Quartal noch tragbar sein. Ein Betrag, den du zwölf Monate am Stück durchhältst, bringt dich weiter als ein hoher Start.

Soll ich Gewinne lieber reinvestieren oder privat anlegen?

Beides hat seinen Platz. Reinvestieren kann sich stark rechnen, erhöht aber das Klumpenrisiko. Ein fester Teil, der regelmäßig nach privat fließt, sorgt für Ausgleich. Wie du die Aufteilung wählst, klären wir gemeinsam.

Ist eine Basisrente für Unternehmer sinnvoll?

Sie kann sich lohnen, weil du die Beiträge als Sonderausgaben absetzen kannst. Im Gegenzug ist das Kapital fürs Alter gebunden und die Rente wird später versteuert. Ob und wie stark sie bei dir passt, hängt von deiner Situation ab.

Kann ich über meine GmbH fürs Alter vorsorgen?

Als angestellter Geschäftsführer deiner GmbH stehen dir Wege offen, die ein Einzelunternehmer nicht hat. Das ist gestaltbar, aber komplex und gehört zu deinem Steuerberater an den Tisch.

Berätst du Unternehmer im Märkischen Kreis auch vor Ort?

Ja. Ich bin in Lüdenscheid, berate persönlich vor Ort oder per Video und begleite Unternehmer, Selbstständige und Praxen in der ganzen Region.

Dein nächster Schritt im Märkischen Kreis

Du musst das nicht zwischen zwei Kundenterminen lösen. Ein erstes Gespräch legt dich auf nichts fest. Danach weißt du, wie ein Vermögen neben deinem Betrieb aussehen kann und was davon in deiner Situation zuerst dran ist. Was passiert, wenn du als Unternehmer selbst ausfällst, klärt der Beitrag Vorsorgevollmacht für Unternehmer.

Passend dazu:

Eduard Strekert ist Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Er stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

Wollen wir deinen Vermögensaufbau neben der Firma durchdenken?

Im Erstgespräch schauen wir auf deinen Betrieb, deine Rechtsform und dein Privatvermögen. Kostenfrei und ohne Verpflichtung, persönlich in Lüdenscheid oder per Video.

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